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Leseprojekt 2016

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Meine Master-Thesis steht bald an, ein Thema steht im Groben fest. Romane, die für eine literaturwissenschaftliche Untersuchung in Frage kommen, habe ich schon jede Menge gelesen, nur habe ich mich noch nicht entschieden. Warum nicht also ein Leseprojekt daraus machen? Es geht um Gegenwartsliteratur, die unsere heutigen Arbeitsverhältnisse bzw. die vom Kapitalismus geprägte Arbeitswelt kritisiert. Das Wie ist hierbei entscheidend. Denn oft – und dafür liebe ich Literatur – stellt sie Sachverhalte oder Strukturen auf eine Weise dar, die man sich erst erschließen muss. Literatur zeigt nicht immer mit dem Finger auf etwas und schreit: „Du bist doof!“ Vielmehr zwingt sie einen mit ihren narrativen Strategien dazu, sich kritisch mit Verhältnissen auseinander zu setzen und sie zu hinterfragen.

Die Romane, die ich bisher zu diesem Thema gelesen habe, möchte ich im Laufe der nächsten Monate rezensieren. So setze ich mich wieder näher mit ihnen auseinander und erfahre vielleicht den ein oder anderen Geistesblitz. Außerdem sollen noch weitere neue Romane hinzukommen. Ich habe jedoch noch nicht allzu viele entdeckt, die sich mit diesem Thema auseinander setzten (was auch in der Literaturwissenschaft kritisiert wird).

Ich freue mich sehr über jegliche Tipps, Anregungen und Empfehlungen.

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5 Kommentare zu „Leseprojekt 2016

  1. Spannendes Thema! So ganz spontan fällt mir Genazino ein, als Klassiker die „Abschaffel“-Trilogie, allerdings ist die schon aus den 70ern. Aber in dem deutlich neueren „Das Glück in glücksfernen Zeiten“ geht es auch um Arbeit – um einen Akademiker, der, wen ich mich richtig erinnere, in einer Wäscherei arbeitet und bei der Sinnlosigkeit seiner Tätigkeit den Verstand verliert. In „Bei Regen im Saal“ geht es auf jeden Fall auch um die Arbeit in der Lokalredaktion einer Zeitung, ich kann dir aber so ad hoc nicht mehr sagen, wie prominent das Thema war.

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    1. Vielen lieben Dank 🙂 Wilhelm Genazino scheint ja echt eine Entdeckung zu sein, was dieses Thema angeht. Ich muss zugeben, ihn kannte ich noch nicht. Ich habe mir mal die Klappentexte durchgelesen. Die kommen beide auf meine Liste.

      Viele Grüße,
      Christina

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      1. Bitteschön!
        Vielleicht hilft dir auch Max von der Grün weiter – jenseits der Vorstadtkrokodile hat er einige Romane geschrieben, in denen es um die Arbeit im Bergbau geht, wobei er auch viel über Gewerkschaften und Arbeitskampf schreibt.
        Und wie literarisch muss es denn sein? In „Caravan“ von Lewycka geht es um Arbeiter aus Osteuropa, die in Großbritannien in der Landwirtschaft arbeiten und als völlig unliterarischer Text fiele mir noch „Der Teufel trägt Prada“ ein.

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      2. Ich denke, die Texte sollte schon sehr literarisch sein. Weil es mehr um narrative Strategien und Funktionen als um den Inhalt geht. Rögglas „wir schlafen nicht“ war zum Beispiel ganz toll. Im Roman ging es um eine Reihe von Interviews mit Personen aus unterschiedlichen Berufsgruppen, die alle auf einer Messe für einige Tage tätig waren. Alle redeten sich irgendwann in einen Koller und zeigten so, wie verrückt die Arbeitswelt ist, ohne sie in ihrer Figurenrede zu kritisieren. Den Roman habe ich allerdings schon für eine Hausarbeit verbraten. Dadurch bin ich aber zu meiner Fragestellung gekommen. Thema darf ich beibehalten, mit anderen Romanen. Da gibt’s aber jede Menge, die ähnlich wie „wir schlafen nicht“ funktionieren. Ich mag „Der Teufel trägt Prada“ sehr gern, ich denke nur, für eine Master-Thesis gibt er wenig her.
        Max von der Grün werde ich mir anschauen. Lewycka klingt auch sehr interessant, Schauplatz sollte aber Deutschland sein, da es zu viel Aufwand für mich ist, mich in die Arbeitsbedingungen anderer Länder reinzulesen (Tipp von meiner Betreuerin), auch wenn sie wahrscheinlich in GB und Deutschland eher ähnlich sind.
        Ich danke dir! Habe mich sehr über deine Empfehlungen gefreut.

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